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Vollmond zum Jahresbeginn

von Gudrun Ortlieb

Der Mond oder Die Mondin waren schon immer Mittelpunkt von Mythen, Märchen, Magie und Aberglauben.
Die Legenden um den Mond gehören zu unserem ältesten Gedankengut. In alter Vorzeit galt der Mond als Lebensspender und Befruchter. So glaubten die Eingeborenen auf Neuseeland, das der Mond die Frauen schwängerte, und so bei Hochzeiten die Frau mit dem Ehemann und dem Mond die Vermählung einging.
In dem Namen Mond wurzelt das Wort Monat, denn ein Monat dauerte früher von Vollmond bis Vollmond.
Der Monatsname wurde durch Feste, Bräuche oder Feld und Flurtätigkeiten welche in dem Monat getätigt wurden, festgelegt.

Der Januar-Mond auch Wintermond, Wolfsmond, Hartung, Schneemond, Eismond, Januaris, Jenner, Jänner, genannt.
Der Monatsname Januar geht zurück auf Janus, den römischen Gott des Ein- und Ausgangs, den Schützer von Türen, Pforten und Durchgängen. Durch seine beiden Gesichter (Januskopf) konnte er gleichzeitig in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft blicken. Ein halbes Jahrhundert vor Christi Geburt führte Julius Cäsar die 31 Tage für den ersten Monat des Jahres ein.
Seit Anerkennung durch Innozenz XII. im Jahre 1691 markiert der 1. Januar offiziell den beginn des Jahres.
Der Januar wurde auch früher in Osteuropa Wolfsmonat genannt, da in dieser Zeit die Wölfe und Füchse ihre Ranzzeit haben und leichter zu jagen waren.
Der 2., 3., 4. und 18. Januar gelten landläufig auch als >>verworfene Tage<< oder Schwendtage ("Hundertjährige Kalender oder Bauernregeln") Schon für die Römer standen diese >>dies atri<< unter einem ungünstigen Stern. Um das Schicksal nicht herauszufordern, sollte die Arbeit in Haus und Hof ruhen, Neues erst gar nicht begonnen und keine Reise unternommen werden.
Hartung, Hornung, Schneemond oder Eismond sind alte deutsche Bezeichnungen für den Monat Januar, die sich teilweise noch in überlieferten Bauersprüchen erhalten haben, z.B.:
1. Wenn der Maulwurf wirft im Januar, währt der Winter bis zum Mai wohl gar.
2. Läßt der Januar die Füchse bellen, wird der Winter noch viel Schnee bestellen.
3. Je näher die Hasen dem Dorfe rücken, umso ärger sind des Eismondes Tücken.

Februar = Hornung, Sturmmond, Taumond, Februaris, Feber

Februar-Mond- Im germanischen Sprachgebiet hieß dieser Monat Hornung, das kommt vom Verb “horen” - sich paaren. Da kommt wieder Frau Holle (die alte germanische Göttin und ihre verschiedenen Erscheinungsformen als Hulda, Herta, Berchta, Perahte, Perchta , die Leben-Tod-Leben-Göttin) ins Spiel, da sie für die Neugeborenen Kinder zuständig ist.
Der alte deutsche Name Hornung, rührt auch daher, weil der reife Rothirsch in diesem Monat sein Gehörn (Geweih, Stangen) abwirft und beginnt, ein neues Geweih zu schieben. Der Februar heißt auch: Sturmmond, Taumond, Februaris, Feber.

“Gibt’s In Hornung Schnee und Eis, macht’s den Sommer heiß, Heftige Nordwinde im Februar, vermelden ein fruchtbar Jahr” heißt es in der “Bauernregel” im hundertjährigen Kalender!

Und, es schneit, es schneit und schneit!!! ..mir fällt das alte Kinderlied wieder ein:

Frau Holle, Frau Holle, sie schüttelt ihre Betten aus, -
föllt blitzeweißer Schnee heraus,
so viele Flöckchen ohne Zahl,
so viele Flöckchen auf einmal.
Frau hi ha Holle du, schüttle fleißig zu!

Frau Holle, Frau Holle, die guckt zu ihrem Haus hinaus.
Wie sieht die Welt so prächtig aus!
Da kommt ein armes Mägdelein,
das ruft sie zu sich herein.
Frau hi-ha Holle du, ach wie gut bist du!

Frau Holle, Frau Holle, die schüttelt mit dem Mägdelein
Viel blitzeweiße Flöckchen fein.
Da freuen sich die Kinder sehr.
Die beiden schütteln immer mehr.
Frau hi- ha Holle du, schüttle fleißig zu

Was für herrliche Aussichten!!!!

Der Februar ist auch der Reinigungs- und Sühne-Monat. Kommt von Februare (lateinisch) und war im römischen Reich der Name eines Sühne und Reinigungsfestes, das Ende Februar gefeiert wurde.
Der Name Februa stammt vom gleichnamigen Beinamen der Göttin Juno. Bei diesem Fest wurden Frauen mit einem Ziegenfell, dem Mantel der Juno, kultisch gereinigt. Die Bezeichnung Narrenmond für den Februar rührt daher, dass in dieser Zeit die alten Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsrituale abgehalten wurden, um die Dämonen des Winters zu vertreiben.
Heute feiern wir im Februar Fastnacht, Karneval oder Fasching.
Ach ja, jetzt sind die Brigit- oder Imbolg-Tage um den 1. + 2. Februar
Manchmal wird Imbolg auch zur Zeit der ersten Frühlingsboten begangen. Die Bezeichnung “Imbolg” leitet sich aus dem irischen “imbolg” ab, was so viel wie “in der Bauchhöhle” bedeutet. Dies bezog sich auf die Schwangerschaft der trächtigen Schafe und gilt auch als keltischer Begriff für den Frühling. Andere Bezeichnungen lauten “Oimelc” (”Mutterschafs-Milch”) und “Brigit” (in Bezug auf die keltische Göttin der Schmiedekunst, der dieser Tag geweiht ist)
Feuer ist an diesem Tag so wichtig, da Brigitte die Göttin des Feuers, der Heilung und der Fruchtbarkeit ist. Das Anzünden von Feuer symbolisiert die in den kommenden Monaten zunehmende Kraft der Sonne.

Im modernen Amerika gibt es Anklänge an das Fest des zunehmenden Lichts mit dem Groundhog Day.

Thig an nathair as an toll
La donn Bride,
Ged robh tri traighean dh’ an t-sneachd
Air leachd an lair.

“Die Schlange wird aus dem Loch kommen
Am braunen Tag der Brigitte
Obschon drei Fuß Schnee
Auf dem flachen Grund liegen sollen.”

Dieser Brauch kommt auch aus Europa,
genauer Schottland, wo ein alter Reim besagt: “Wenn Lichtmess hell und klar, kennt zwei Winter das Jahr!”

Voll und Neu-mondritual in Holle-Wesseln:
Vollmondritual am 09.02.09
Neumondritual am 22.02.09

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