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Eine Geschichte, ein Wal und der Versuch das “ALL EINS SEIN” zu erklären

von Andrea Dudenhöfer

Bei einem November-Spaziergang unter regenverhangenem Himmel an der Nordsee in Dänemark stieß ich auf einen toten Wal, einen Schweinswal.

“Oh, das arme Tier!”
, sagte sofort etwas in mir und alte Schuldgefühle, zu spät gekommen zu sein, nicht helfen zu können, es nicht verhindert zu haben, machten sich breit (aber nur `noch` sehr kurz) .
Wal

Meine Hündin setzte sich sehr andächtig davor und ich hockte mich auch hin, berührte mit meiner Hand den kleinen Wal und war traurig. So ein wundervolles Tier. Warum? Warum nur???

Und dann fühlte ich es, eine Verbindung und die Worte: “Alles ist gut, ich war schon tot als ich hier angespült wurde”. “Warum bist du hier? Was kann ich für dich tun? Soll ich etwas für dich tun?” - wie immer ratterte zuviel in meinem Kopf und ich versuchte wieder in die Ruhe und Verbindung zu gelangen…

“Sing mir ein Lied, sing das Lied meiner Seele!”

Ich sollte singen? Ich schaute mich um, kein Mensch am Meer zu sehen, die Wellen brachen sich laut und auch der Sturm war laut genug, dass ich mich traute :-). So fing ich an zu singen: …eine Abfolge von Tönen, die einfach aus mir herausströmten - laut, klar und kraftvoll - die immer klarer kamen und mich erfüllten, die einfach DA WAREN, Töne, die eine wundervoll klare Melodie ergaben und während ich so “fließen ließ”, sah ich andere Wale vor meinem inneren Auge, all die Walseelen, die unsere Meere/Erde und dies Universum bevölkern. Es war als sängen sie mit mir. Tränen strömten meine Wangen hinunter, Tränen des “be-rührt” werden.

Und dann geschah es…der Himmel riss auf. Ein gleißendes Licht, rötlich/golden brach hervor und ich fühlte wie die Seele des kleinen Wales sich freudig auf die Reise machte und ich sang und sang, damit sie gut ankäme. Noch etwas fühlte ich: ein Teil der Seele wollte bei mir bleiben, hatte sich mit mir verbunden- welch ein Geschenk. Hatte ich doch ca. zwei Monate zuvor gesagt: “Ein Wal wird in mein Leben kommen, wird wichtig werden, noch ein Krafttier? Irgendwas mit einem Wal” Es war nur ein Gefühl und doch war es schon damals Gewissheit.
Ab dem Moment, wo der Himmel sich wieder schloss, war der Walkörper nur ein Körper, ein Kreislauf schloss sich und er diente nun dazu vielfältige andere Tiere zu nähren: Möwen, einen Fuchs, den ich noch sah, Dohlen u.v.m. -

Und ich?…Ich bin dankbar. Dankbar für die vielen Geschenke der Verbundenheit mit allem, der Übungsplattform “LEBEN” und dem Vertrauen, das gewachsen ist, dass ich mich verbinden kann - immer mehr, immer leichter. Und die Erkenntnis wie viel dieser Erlebnisse ich schon erleben durfte…ich nehme mir immer öfter die Zeit “innezuhalten”, nicht vorbei zu gehen wie Tage später die anderen Spaziergänger. Und mein Hund? Sie hat, als das Lied zu Ende war, fröhlich weiter Möwen gejagt…