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Der schamanische Priester: Eine Liebes-Beziehung mit der Welt

Von Mario Preikschat

Schon als kleiner Junge hat mich die Natur interessiert. Denn hier konnte ich immer wieder Neues entdecken, ja meine Neugier stillen und immer neu anregen. Und so ist es immer noch, nur das ich nicht mehr so viel Zeit mitten im Wald oder am Wasser verbringen kann. Als Erwachsener hat man vielfältige, meist ebenso schöne Verpflichtungen. Doch die Liebe zur Natur mit allen ihren Bewohnern ist geblieben. Und dazu zähle ich auch den Menschen. Er ist genauso Teil der Erde, verstrickt und verwoben in einem Netz, das alles miteinander verbindet.

Eine Sehnsucht in mir, von ganz innen kommend, wollte immer ganz bewusst mit Allem in Verbindung sein. Es ist so, als wenn man am Wasser steht. Doch um es richtig zu fühlen, muss man hineinspringen. Und selbst das befriedigt mich nicht wirklich. Weil man das Wasser nur wirklich Kennen und Verstehen lernt, wenn man sich mit ganzem Herzen hingibt.

Erst dann öffnet sich eine weitere Welt, ohne die alles (irdische) Wissen nur Halbwahrheiten sind. In dem Unsichtbaren, Verborgenen, Geheimnisvollen verbirgt sich eine Welt, die genauso zu uns gehört, doch meist nicht beachtet wird. Dadurch entsteht in uns Menschen ein Ungleichgewicht, ein Gefühl von Traurigkeit. Man kann es auf den Gesichtern und in der Haltung der Menschen erkennen.

Und jeder kann es am Verhalten erkennen, wie wir mit der Erde und ihren Bewohnern umgehen. Wüsste jede(r), das alles Belebt und Intelligent ist, das es Wesen gibt, die die Quellen und Flüsse, Berge und Wälder behüten und dort für Gleichgewicht und Heilung sorgen und das in jedem Baum oder Pflanze ein ehrbares weises Wesen wohnt: Ich bin sicher, wir würden anders handeln.

Doch gab und gibt es Menschen, die dieses spüren und danach handeln. Sie wissen um die Zusammenhänge. Sie wollen es Wissen. Denn Liebe leitet ihr tun. Liebe hat auch mich auf diesen Weg geführt und mein Leben tiefgreifender verändert, als ich es mir vorstellen konnte. Über das Netz, das alles miteinander verbindet, ist es möglich, mit jedem Wesen zu kommunizieren und so Wissen zu erhalten, das es in keinem materiellen Buch zu lesen gibt. Es ist das Wissen wie Harmonie entsteht und wiederhergestellt werden kann.

Der schamanische Priester ist ein (Ver-)Mittler, denn er kennt beide Seiten und kann das Wissen aus der geistigen Welt der Erde zur Heilung in die materielle Welt bringen. Er ist ein Heiler, ein Wissender der nur aus der Liebe zu beiden Welten handelt. Ihm und damit auch mir, ist völlig bewusst, dass materiell und geistig genauso wenig getrennt sein können wie Mutter und Kind. Nur unsere Gedanken trennen alles. Doch nicht das „Denken“ ist schlecht. Wir sollten nur wieder lernen, in Liebe und Achtung zu denken. Wie ist das zu erreichen?

Der Schlüssel, um wieder bewusstes Mitglied im Kreis der Erde zu werden, ist die Liebe und Achtung selbst vor dem Kleinsten und für uns Unbedeutendsten. Es ist genauso wie in einer Beziehung von Mensch zu Mensch. Erst wenn Liebe, Achtung und Annahme gelebt werden, funktioniert es. Und wie haben wir unsere(n) Liebsten gefunden? Wir fanden sie (ihn) einfach unwiderstehlich schön.

Das ist der Weg: Lerne, in Allem das Schöne zu sehen. Am besten fangen wir bei uns selbst an. Lasst uns so lieben und als schön empfinden, dass wir einfach zufrieden sind. Ich glaube, dieser Schritt ist nicht leicht: sich bedingungslos so anzunehmen, wie man ist. Die Natur kann einem dabei sehr gut helfen, sie bewertet nicht. Vielleicht fühlen wir uns deshalb oft in Gegenwart von Tieren oder Pflanzen wohler als bei Menschen. Doch aus der Liebe zu uns selbst wird es erst möglich, alles andere zu lieben und so anzunehmen wie es ist.

Der schamanische Priester kann eine Verbindung zu dem herstellen, was sich getrennt hat. Er kennt Techniken und Rituale, um die Heilung und Selbstliebe wieder zu erwecken. Oft arbeitet er mit Kräften und Wesen aus der Unsichtbaren Welt zusammen, denn auch diese Welt hat ein großes Anliegen an dem Wohlergehen und dem Zusammenwachsen.

Ich bin von einem kleinen Jungen zu einem Erwachsenem herangereift und von einem Lernenden zu einem der Lehrt. Dabei beobachte ich, dass (eigentlich) jede(r), der die Liebe zur Erde und seinem Bewohnern in sich spürt, diesen Weg gehen kann. Selbst dann, wenn sie (oder er) diese Liebe noch nicht umsetzen und leben kann. Auch hier ist der Weg das Ziel und wie jede Beziehung, sollte auch diese liebevoll gepflegt werden, so wird sie tiefer und vertrauter. Für mich hat sich ein Kreis geschlossen, ist ein Traum Wirklichkeit geworden.

Es ist wie im Märchen, die Liebe verbindet die Getrennten, lässt alles überstehen und überwindet auch den stärksten Zauber. Die Liebe selbst ist der größte aller Zauber.

Mario Preikschat lebt in einem kleinen Dorf in der Schorfheide, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit mehreren Jahren ist er Dozent für energetische Lehren und Reiki Lehrer in der Akademie House of Shaman. Er ist Priester der ARDET.

„Meine Vision ist, dass jeder mit erhobenem Haupt und in Freude seinen ihm eigenen Weg gehen kann. Dazu gebe ich aus innerem Wunsch das Wissen und die Begleitung.“