Visionsreise - eine Reise zu mir selbst
von Doris Hellwig-Williges
Meine Visionsreise mit der Akademie House of Shaman ist heute fünfeinhalb Jahre her. Vor meinem inneren Auge sehe ich immer noch ganz deutlich die Sonnenstrahlen durch die Blätter scheinen und spüre das nächtliche Sternenfirmament der türkischen Berge. Meine Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle sind so, als wäre diese Reise im letzten Monat gewesen. Die Reise war Abschluss und Neubeginn in Einem. Vieles habe ich erlebt, vieles wurde initiiert. Über eines möchte ich berichten: Wie ich die Ruhe und Harmonie in mir und mit mir gefunden (und bewahrt) habe.
Die eigentliche Visionsreise dauerte drei Tage. Sie war Teil eines vierzehntägigen Aufenthalts in der wunderschönen Natur der Türkei. Wir wohnten in einem behaglichen, kleinen Hotel inmitten von Bergen, und nur fünfzehn Minuten Fußweg vom Meer entfernt. Die Vorbereitung auf die Tage der Begegnung mit uns selbst war angefüllt mit schamanisch-energetischen Übungen in der kraftvollen Natur. Wir vertieften Tag für Tag unsere Verbindung zu den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft. So fühlten und „schauten“ wir in der Dunkelheit einer Höhle, ließen uns auf das Wasser eines quirligen Gebirgsbaches ein oder bereiteten uns auf einem Feuerberg auf die Begegnung mit dem Feuer vor. Das mag sich wie eine nette Erlebnisreise anhören, doch fand in dieser Zeit ein für jede(n) spürbarer und heilsamer energetischer Aufbau statt. Allein das ist eine wertvolle Bereicherung meines Lebens, aus dem ich auch jetzt nach so langer Zeit noch nutzen ziehe. Der gesamte Aufenthalt war einfach rund. Dazu haben auch die vielen Meditationen und schamanischen Trance-Reisen in der wunderschönen Natur beigetragen.
Die Visionsreise selber begann mit einer Autofahrt in die türkischen Berge. Auf Schotterwegen erreichten wir einen von Bergen umgebenen Platz. Hier war unser Basislager: Ein kleines Steinhaus, zu dem wir bei Bedarf zu jeder Zeit zurückkehren konnten. Nach einem kraftvollen Eröffnungsritual gingen wir los und zurück blieb unser Visionsleiter Herr Reil, der uns über die Entfernung hinweg begleitete.
Bepackt mit Schlafsack, Regenfolie, Wasser und den Gefühlen von Freiheit, Freude und Vertrauen bin ich losgezogen. Ganz nach oben wollte ich wandern. Bald hatte ich einen Platz für mich gefunden. Voller Freude über drei Tage Ruhe und Zeit für mich, breitete ich meine Sachen aus. Die Gegend war leicht hügelig, der Wald bestand aus Kiefern - mir gefiel es. Auf meiner Erkundungstour der näheren Umgebung bemerkte ich: Der Boden unter den Bäumen schien voller Trampelpfade zu sein. Ich wunderte mich, aber machte mir weiter keine Gedanken darüber. Hier war also mein neues Wohnzimmer! Gegen sieben Uhr abends wurde das Meckern der Ziegen und begleitendes Glockengeläut immer lauter. Ganze zwei Stunden zogen die Ziegen oberhalb an mir vorbei - unglaublich diese Anzahl. Um fünf Uhr morgens hörte ich die Ziegen wieder. Die Geräusche machten mich unruhig. Plötzlich sah ich die Ziegen. Sie kamen langsam aber stetig auf mich zu. So schnell hatte ich in meinem Leben noch nie die Sachen gepackt. Als ich fertig war, standen schon die ersten neugierigen Ziegen vor meinem eingepackten Schlafsack. Es waren riesige Ziegen, die da zu Hunderten hinunter kamen. Ich lief den Berg nach unten ehe ich später in einem großen Bogen wieder nach oben ging. An diesem neuen Platz blieb ich nun unbehelligt.
Als ich endlich wieder allein war, konnte ich mir meine Gedanken machen: Das war typisch für mich, so ist mein Leben. Immer wenn ich denke, jetzt habe ich Ruhe, kommt etwas dazwischen. In solchen Situationen wurde ich oft ärgerlich, manchmal traurig. Hier fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die Ruhe im Außen kommt nur aus der Ruhe im Inneren! Ich kann Ruhe nur in mir finden. Und diese Ruhe verändert meine Umwelt.
Diese tief im Inneren gefühlte Erkenntnis hat mein Leben verändert. Ich konnte die nächsten Tage diese tiefe Ruhe in mir spüren - eine Ruhe, die mit einer Harmonie und einem Frieden mit mir selbst und in mir selbst ein her ging. Später, im Alltag zu Hause, gab es immer wieder Situationen, die mich aus dieser Ruhe bringen wollten. Teilweise ist es ihnen gelungen, aber immer schneller kehre ich in meine Ruhe, in meine Harmonie zurück, denn ich habe es erfahren, was Ruhe und Harmonie heißt. Mit dieser Ruhe und Harmonie bereiten mir meine Alltagsaufgaben viel mehr Freude und auch der Erfolg stellt sich schneller ein.

Ich habe gelernt mit mir allein zu sein. Aber ich glaube, in der heutigen Zeit fällt es vielen Menschen schwer, allein zu sein. Eine Visionsreise kann helfen, die Einsamkeit im Inneren aufzugeben, so dass es sich auch im Äußeren ändern kann. Ich möchte diese Art von Reisen wärmstens empfehlen. Ebenso, wenn tiefe Antworten auf bohrende Fragen oder eine (Neu-) Orientierung gesucht werden.